Vogel des Monats Juli: Die Zaunammer
Die Zaunammer (Emberiza cirlus) erlebt als Brutvogel seit etwa 2016 eine Renaissance und nimmt an vielen Orten mit günstigen Habitaten zu. Das Brutvorkommen wird in der Schweiz für 2025 mit 2100-3000 Paaren angegeben (Quelle: Vogelwarte Sempach), während es 1993-1996 bei 800-1200 Paaren lag (Quelle: Schweiz. Brutvogelatlas). Auch im Kanton Schaffhausen wird eine Bestandszunahme registriert.
Die Zaunammer ist im Mittelmeergebiet, in Spanien und Frankreich ein weit verbreiteter Brutvogel des Kulturlands. Sie «ersetzt» dort die ähnliche Goldammer, die ihr Verbreitungsgebiet in nordöstlicher Richtung anschliesst. Im Kanton Schaffhausen besiedelt die Zaunammer vornehmlich die strukturreichen Rebbaugebiete, mitunter auch bis an den Rand des Siedlungsgebiets. Ihr Bestand dürfte um das Jahr 2000 bei wenigen unregelmässig brütenden Paaren gelegen haben und in den Jahren zuvor gab es sehr wenige Nachweise bei Stein am Rhein und Hallau (Quelle: Brutvögel im Kanton SH, Neujahrsblatt der Naturf. Ges. Schaffh., Nr. 55/2003).
Neben den langjährigen Monitoringprojekten in ausgewählten Vernetzungsgebieten im Klettgau werden seit etwa 2013 auch die Schaffhauser Rebberge regelmässig(er) nach Zaunammern abgesucht. Der schweizweite Trend einer Bestandszunahme wird auch im Kanton Schaffhausen festgestellt. Hotspots sind die Rebbaugebiete bei Stein am Rhein, bei Siblingen und von Gächlingen bis Trasadingen sowie Wilchingen. Die Zaunammer wird auf der nationalen Roten Liste mit «potenziell gefährdet» angegeben und im Kanton SH wird sie auf der Liste der prioritären Vogelarten geführt. Der Bestand liegt im Kanton SH vorsichtig geschätzt bei 20-40 Paaren. — Foto im Header: Zaunammer, 28.02.2024, Hallau, Foto Stephan Trösch



