Vogel des Monats: Der Zilpzalp

Der unscheinbare Laubsänger ist in Wäldern, grossen Gärten und Parkanlagen anzutreffen und gehört zu den verbreitetsten Brutvögeln der Schweiz. Für aufmerksame Beobachtende wird der Zilpzalp (Phylloscopus collybita) öfters zu hören als zu sehen sein. Mit seinem wiederholenden «zilp zalp» macht er seinem Namen alle Ehre und erfüllt ab Mitte März den Vorfrühling mit seinem kräftigen und klaren Gesang.

Gesang Zilpzalp

Am Ende der Brutzeit im Spätsommer und im Herbst, auf dem Wegzug, verrät der Zilpzalp seine Anwesenheit häufig durch weiche, pfeifende «hüTT»-Rufe.

Ruf Zilpzalp

Im Kanton Schaffhausen besiedelt die Art das gesamte Gebiet. Angewiesen auf eine abwechslungsreiche Strauch- und Krautschicht, in die er sein kugeliges Nest baut, ist der Zilpzalp in Siedlungen, Wäldern und im strukturreichen Kulturland anzutreffen.

Als Kurzstreckenzieher überwintert der Zilpzalp in Südeuropa, rund um das Mittelmeer und in Nordafrika. Dabei kann die Art auch im Winter regelmässig in Gewässernähe beobachtet werden.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat der Bestand des Zilpzalps deutlich zugenommen. Für die Schweiz wird von einem Bestand von 250’000 bis 300’000 Brutpaaren ausgegangen. Die Gründe für diesen positiven Trend sind unklar. Vermutet wird, dass die Art zunehmend die halboffene Kulturlandschaft besiedelt oder dass der Zilpzalp infolge der Klimaerwärmung sein Areal weiter nach Norden verlagert.

Weitere Infos: https://www.vogelwarte.ch/de/voegel-der-schweiz/zilpzalp/

Steckbrief: Zilpzalp

Der Zilpzalp wird der Familie der Zweigsänger zugeordnet und ernährt sich von kleinen Insekten und Spinnen. Der etwa zehn Zentimeter grosse, kompakte Vogel ist unscheinbar gefärbt: oberseits gräulich-braungrün, unterseits gelblich-beige.

Vom Fitis, dem der Zilpzalp sehr ähnlich sieht, unterscheidet er sich unter anderem durch die deutlich dunklere Färbung des Schnabels und der Beine. Am deutlichsten lassen sich die beiden Arten zu Beginn der Brutzeit jedoch anhand ihrer Stimme auseinanderhalten. Der Fitis trägt eine wenige Sekunden dauernde Strophe aus abfallenden Pfeiftönen vor, die er regelmässig wiederholt:

(Gesang Fitis).

Ein weiteres auffälliges Merkmal des Zilpzalps ist sein Schwanz: Bei Bewegungen schlägt er ihn immer wieder deutlich nach unten, während der Fitis dieses Verhalten nicht zeigt.

Zilpzalp, 01.04.2013, Diessenhofen TG, Foto Stephan Trösch

Benutzte Literatur:

Bauer, Bezzel, Fiedler (2005): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Aula-Verlag

Knaus.P., S. Antoniazza, S. Wechsler, J. Guélat, M. Kéry, N. Strebel & T. Sattler (2018): Schweizer Brutvogelatlas 2013-2016. Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel in der Schweiz und im Fürstentum Lichtenstein. Schweizerische Vogelwarte, Sempach.

Svensson, L. & K. Mullarney, D. Zetterström (2023): Der Kosmos Vogelführer, 3. Auflage

Bergmann: Vogelstimmen Europas

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